In den Medien

Hier finden Sie Medienberichte über unsere Studien sowie Interviews, die ich im Rahmen der Wissenschaftskommunikation gegeben habe.

Wichtiger Hinweis für Medienschaffende:

Grundsätzlich stehe ich gerne für Interviews und Hintergrundgespräche zu meinen Forschungsthemen zur Verfügung. Da gerade Menschen die Drogen konsumieren und psychisch erkrankt sind häufig von Stigmatisierungen betroffen sind, möchte ich um eine faire Berichterstattung bitten, welche auf Skandalisierungen und negative Zuschreibungen dieser Personengruppe verzichtet, da diese Form der Berichterstattung zu einer Stigmatisierung dieser Menschen beiträgt. In diesem Zusammenhang verweise ich auf den „Leitfaden zur stigmafreien Mediendarstellung von Menschen mit Suchtkrankheiten“ für Medienschaffende des Aktionsbündnis Seelische Gesundheit: Leitfaden FairMedia

Suchtexperte Daniel Deimel hält es grundsätzlich für „hochproblematisch“, die Öffnungszeiten eines Drogenkonsumraums zu reduzieren. Für suchtkranke Menschen bedeute das, dass sie zeitweise keinen Zugang zu sterilen Spritzen, Beratung und Betreuung hätten. Zudem steige das Risiko von Überdosierungen. „Wenn der Raum geschlossen ist, dann wird auch automatisch vermehrt auf der offenen Straße konsumiert“, sagt Deimel.

Die Öffnungszeiten unter der Woche von 8 bis 23 Uhr bewertet er im Vergleich zu anderen Kommunen zwar als gut. Eine vollständige Schließung am Wochenende werde jedoch negative Folgen haben. Der Konsumraum am Neumarkt sei aus seiner Sicht „nicht wirklich gescheitert“. Dort habe es 2025 rund 50.000 Konsumvorgänge gegeben, die sonst auf der Straße stattgefunden hätten. Außerdem hätten Rettungskräfte dort 70 suchtkranken Menschen nach medizinischen Notfällen infolge des Konsums das Leben gerettet. „Ohne den Raum wäre die Situation also deutlich schlechter“, sagt Deimel.

Kölner Stadt-Anzeiger ↗

„Es ist eine Droge, mit der Verbundenheit und Gemeinschaft kreiert werden kann. Und das ist ja genau das, was die Brauereien wollen. Sie wollen ja ein Erlebnis inszenieren. Um den Alltag zu vergessen, im Hier und Jetzt zu sein.“

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„Also wenn man in bestimmten Kontexten nicht trinkt, wird man eher komisch angeschaut. Und weil wir eben auch Strukturen haben, die das ermöglichen. Die Verfügbarkeit ist sehr, sehr hoch. An jeder Tankstelle kann ich Tag und Nacht Alkohol kaufen.“

SWR 3. Das Wissen ↗

„Die Dynamik ist bei Crack eine völlig andere als bei Heroin. Bei Heroin wird über den Tag verteilt vier- bis fünfmal konsumiert, es hat eher sedierende Wirkung. Die Leute sind eher in der Lage, einen Tagesrhythmus aufrechtzuerhalten. Bei Crack konsumieren die Leute zehn, 15, 20-mal am Tag, dadurch auch öfter im öffentlichen Raum, es ist stimulierend, es gibt mehr Aggressionen“, sagte der Suchtexperte Daniel Deimel im vergangenen Jahr.

Kölner Stadt-Anzeiger ↗

In der größten Stadt der Schweiz gibt es das sogenannte Zürcher Modell – es dient der Stadt Köln als Vorbild bei der Suche nach Lösungen für die Drogenproblematik. „Ein sehr zentraler Aspekt ist, dass der Mikrohandel zwischen Konsumenten in Teilen der Einrichtungen toleriert wird“, sagt Deimel zum Vorgehen in Zürich. Suchtkranken Menschen steht in den dortigen Kontakt- und Anlaufstellen eine eigene Zone für den Mikrohandel zur Verfügung.

Der Austausch illegaler psychoaktiver Substanzen zwischen den Nutzenden wird dort toleriert, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen: Der Kleinhandel muss diskret stattfinden, also nur in diesem Raum, es steht keine Waage zur Verfügung, es darf kein Geld sichtbar sein. Zugang haben ausschließlich Schwerstabhängige, die dem Personal bekannt sind – professionellen Dealern wird der Zutritt somit verwehrt oder zumindest erschwert

Kölner Stadt-Anzeiger ↗

Suchtexperten verweisen auf Erfahrungen in Zürich, wonach Hilfsangebote wie Drogenkonsumräume und Suchthilfezentren besser funktionieren können, wenn suchtkranke Menschen untereinander mit Kleinstmengen handeln dürfen. Das gilt insbesondere für Crack, denn bislang gibt es keine Ersatzstoffe, und die Wirkung hält nicht lange an. Die Hoffnung dahinter: Ist der Mikrohandel in einem geschützten Raum möglich, kann die Polizei draußen auf der Straße rigoroser gegen die professionellen Dealer vorgehen.

„Ein sehr zentraler Aspekt ist, dass der Mikrohandel zwischen Konsumenten in Teilen der Einrichtungen toleriert wird“, sagt Suchtforscher Daniel Deimel zum Vorgehen in Zürich. Der Drogenhandel im großen Stil sei auch in den Einrichtungen dort untersagt. Nur so könne es gelingen, Drogenszenen im öffentlichen Raum aufzulösen. „Die Toleranz des Mikrohandels in den Einrichtungen gelingt, indem die Polizei nur im Notfall in die Suchthilfeeinrichtungen kommt“, sagt Deimel. So kämen Polizeibeamte nicht in die Situation, den Kleinhandel zu sehen und somit zwangsläufig eine Strafverfolgung einleiten zu müssen.

Kölner Stadt-Anzeiger ↗

Foto: Deutschlandfunk Nova

Crack, Fentanyl, Nitazene: In Deutschland breiten sich gefährliche Drogen immer weiter aus, und ihr Konsum wird zunehmend öffentlich. Warum ist das so? Und wie kann man Suchtkranken helfen und mit den offenen Drogenszenen umgehen? Ein Vortrag des Suchtforschers Daniel Deimel.

Wer Daniel Deimel über die offenen Drogenszenen in Deutschland sprechen hört, merkt schnell: Er hört zu. Er spricht nicht nur über Betroffene der aktuellen Drogenkrise, sondern auch mit ihnen – mit Konsument*innen ebenso wie mit Helfer*innen, Anwohner*innen und anderen Menschen, die mit den Folgen des Drogenmarkts leben müssen. Sein Ziel ist Verständnis, um Lösungen zu finden.

Deutschlandfunk Nova ↗

Chemsex hat Tovja das erste Mal mit 26. Schnell wird daraus eine Sucht nach Sex auf Drogen. Der Konsum zieht sich durch sein ganzes Leben, bestimmt seinen Alltag, bis er komplett abstürzt. Am Ende verliert er fast alles, seinen Job, seine Wohnung – er landet im Gefängnis. Doch warum hat er sich nur auf Drogen geliebt und begehrt gefühlt? Gemeinsam mit dem Suchtforscher Daniel Deimel analysiert Host Oleg die Geschichte von Tovja und geht der Frage nach, warum Menschen in die Chemsex-Sucht rutschen. Welche Rolle spielen Druck, Scham und das Gefühl, funktionieren zu müssen?

ARD Sounds ↗

Suchtforscher Daniel Deimel über das geplante Suchthilfezentrum im Pantaleonsviertel

In der offenen Drogenszene in Köln hat in den vergangenen Jahren die Verelendung zugenommen. Gerade die Lage rund um den Neumarkt war ein zentrales Wahlkampfthema von Oberbürgermeister Torsten Burmester. Der Stadtrat hat nun mit großer Mehrheit ein Suchthilfezentrum (SHZ) im Pantaleonsviertel beschlossen. Das Zentrum soll den Neumarkt entlasten, stößt in der Nachbarschaft aber auf Widerstand. Daniel Deimel über die geplanten Maßnahmen, die Ängste der Anwohnenden und darüber, was aus fachlicher Sicht suchtkranken Menschen wirklich hilft.

Choices ↗

Deimel sagt: seitdem Crack zu einer vorherrschenden Droge geworden ist – also rauchbar gemachtes Kokain – habe sich die Drogenszene deutlich verändert. Der Rausch hält nur kurz, der nächste Kauf folgt schnell. Und es gibt noch keine Ersatzstoffe zur Behandlung. Auch Deimel sieht das Züricher Vorgehen als beispielhaft. Dort gilt das Motto: „Draußen gilt Null Toleranz, drinnen ist ein sicherer Hafen.“

WDR ↗

Eine Sucht kann nicht nur das Leben vieler Betroffener zerstören – sie zieht oft auch ihr Umfeld in den Abgrund. Eltern, Partner, Kinder, Freunde: Sie alle können in eine Abwärtsspirale aus Angst, Schuld und Überforderung geraten. Auf einen Suchterkrankten kommen in Deutschland im Schnitt mindestens fünf Angehörige – das sind viele Millionen Menschen. Angehörige können selbst psychisch oder sogar an einer Sucht erkranken. Wie kann den Angehörigen rechtzeitig geholfen werden?

ARD Mediathek ↗

In Städten wie Düsseldorf, Essen oder Duisburg gibt es seit Jahren Streit um die offene Drogenszene und den Umgang mit suchtkranken Menschen. Grenzt man sie aus oder integriert man sie? Bietet man Konsumräume an oder reagiert man mit Repression?

Prof. Dr. Daniel Deimel, Gesundheitswissenschaftler und Suchtforscher aus Köln, der an der Technischen Hochschule Nürnberg lehrt, spricht im Interview mit der NRZ darüber, welche Vorbilder es für NRW gibt und wie die Drogenpolitik weiterentwickelt werden muss.

NRZ ↗

Die offenen Drogenszenen in den Innenstädten von NRW haben sich verändert. Das liegt vor allem am stark gestiegenen Konsum von Crack. Oft reichen die bestehenden Hilfsangebote dafür nicht mehr aus – wie zum Beispiel in Köln. Dort soll im Pantaleonsviertel deshalb ein Suchthilfezentrum entstehen.

Der Kölner Stadtrat will am Donnerstag erste Entscheidungen zum Standort treffen. Bereits am Samstag protestierten rund 1.000 Menschen gegen dieses Vorhaben. So kritisieren sie, dass das Projekt über die Köpfe der Bewohnerinnen und Bewohner hinweg geplant wurde. Außerdem sei das Konzept zur Umsetzung nicht ausgereift.

Die Frage, mit welchem Konzept man das Drogenproblem lösen kann, beschäftigt auch den Suchtforscher Daniel Deimel aus Köln. Er ist Professor für Gesundheitsförderung und Prävention an der Technischen Hochschule Nürnberg. Er ist außerdem Gastwissenschaftler am LVR-Klinikum Essen.

WDR online ↗

Der Suchtforscher Prof. Dr. Daniel Deimel widersprach der Befürchtung, ein Suchthilfezentrum könne zusätzliche Dealer oder Suchtkranke anziehen. SHZ hätten keinen „Pullfaktor“, sagte er. Solche Einrichtungen seien „Teil der Lösung, nicht des Problems“. Die derzeitigen Zustände seien für Anwohnende, Schülerinnen und Schüler sowie Geschäftsleute nicht mehr tragbar. Deimel plädierte für mehr Zentren dieser Art und dafür, Wohnungslosigkeit konsequent mitzudenken. Zugleich warnte er davor, „Menschengruppen gegeneinander aufzuwiegeln“.

Kölner Stadt-Anzeiger ↗

Eine Studie des  Suchtforschers Daniel Deimel zeige, dass etwa 83 Prozent der Konsumierenden am Neumarkt ihren Wohnsitz in Köln und weitere zehn Prozent ihren Lebensmittelpunkt seit durchschnittlich anderthalb Jahren in Köln haben. 27 Prozent der befragten Personen in Köln gaben an, in der vergangenen Woche überwiegend in der eigenen Wohnung geschlafen zu haben, 63 Prozent waren wohnungslos. Für die Studie wurden im Herbst 2024 insgesamt 120 Angehörige der Kölner Drogenszene befragt.

Kölner Stadt-Anzeiger ↗

Der von Rau um Stellungnahme gebetene Suchtforscher Daniel Deimel betonte, dass es dringend wei terer Hilfezentren bedürfe, um die Situation auf Dauer zu bewältigen.

Kölnische Rundschau ↗

2026